Im Süden von Kolumbien (04.04. – 08.04.14)

An der Grenze nach Kolumbien herrscht reges Treiben. So dauert es dann doch eine Weile, bis wir alle Stationen, inklusive Geld wechseln und Autoversicherung abschließen, absolviert haben. Wir fahren weiter nach Las Lajas hinter Ipiales und haben den Eindruck, in eine ganz andere Welt einzutauchen. Die Landschaft ist einfach fantastisch. Die enge, kurvige Straße führt durch Berge mit tiefen, zerklüfteten Tälern. Ganz weit unten kann man einen kleinen, reissenden Fluss erkennen. Und wir sehen viel mehr Menschen mit dunkler Hautfarbe. Las Lajas ist ein Pilgerort für die Einheimischen. Dort wurde eine Kirche zwischen die Felsen gebaut. Von oben sieht das toll aus. Und dabei belassen wir es auch. Denn wir finden keinen Stellplatz, der uns gefällt. Wir fahren weiter und da es langsam dunkel wird steuern wir die nächste große Tankstelle an. Und haben eine erstaunlich ruhige Nacht. Für das Frühstück suchen wir uns allerdings einen etwas idyllischeren Platz. Die Panamericana führt uns weiterhin durch diese wunderschöne Landschaft. In den Straßendörfern gibt es kaum ein Haus ohne wildwuchernde Blumen und riesige Palmen. Die Stadt Pasto könnten wir eigentlich umfahren, aber wir sind immer noch auf der Suche nach einer Straßenkarte. Auf der Plaza fragen wir fünf Menschen nach der Touristeninformation – und bekommen fünf verschiedene Antworten. Angefangen von „gibt es nicht“ bis „hier um die Ecke“. Einig sind sich alle fünf darüber, dass sie heute, am Samstag, geschlossen hat. So fahren wir weiter zur Laguna La Cocha, unserem nächsten Übernachtungsplatz. Leider können wir nicht wie geplant direkt am Wasser stehen. Eine Baustelle verhindert mal wieder die Zufahrt. Aber der Schulparkplatz neben Sportplatz und Kirche bietet auch einige Abwechslung. Und der freundliche Polizist hier zückt bei der Frage nach einer Straßenkarte nur sein Handy und meint „Internet“. Am nächsten Morgen, Sonntag, rufen schon früh die Kirchenglocken zum Gottesdienst. Nicht alle folgen dem Ruf. Ein Teil der männlichen Bevölkerung trainiert seine Fitness entweder auf dem Fahrrad in den Serpentinen (bergauf natürlich) oder trägt schon das erste Fußballspiel aus.

Wir haben bis Cartagena eine überschaubare Kilometerzahl zurückzulegen. Aber die kurvige Straße, viele Baustellen und Lastwagen erschweren das Vorankommen. Speziell die Busfahrer lassen durch ihre Fahrweise mit kriminellen Überholmanövern das große Grausen aufkommen.

Wir erreichen Papayán, die weiße Stadt mit vielen Parkverbotschildern. Da wir nicht einmal den Parkplatz beim Supermarkt nutzen können (maximale Höhe 2,30m) schauen wir uns die Stadt auf einer Rundfahrt mit dem WoMo an. Das nächste Problem taucht beim Übernachtungsplatz auf. Auf dem bewachten Parkplatz ist es abends plötzlich nicht mehr erlaubt im Auto zu bleiben. Nun, eine Nacht wird erfolgreich verhandelt, morgens um sechs müssen wir weg sein. Kein Problem, denn so gastfreundlich war es hier nicht. Und eigentlich ist es richtig schön, in den anbrechenden Tag hineinzufahren. Es geht weiter nach Norden, durch Zuckerrohrfelder an Calí vorbei. Selbst Wein wird hier angebaut. Eine Flasche kolumbianischen Weißwein haben wir probiert; die erste und letzte Flasche. Kurz vor Buga können wir an einer Mautstelle eine grobe Straßenkarte erwerben. Besser als nichts. Dort biegen wir auch nach Westen Richtung Buenaventura zum Lago La Calima ab. Der See ist wunderschön in die grüne Landschaft eingebettet und die Fahrt am Ufer entlang ist wunderbar.

Am nächsten Tag geht zurück nach Buga und auf der Autopista weiter über Tuluá und Cartago nach Pereira. Hier zweigen wir zu den Thermen von Santa Rosa de Cabal ab. Allein schon der Weg vom Parkplatz zu den Becken ist ein Genuss. Man wandelt regelrecht an einem über Kaskaden plätschernden Fluss entlang durch Blumenanlagen. Wir genießen diesen Tag und die kolumbianischen Menschen hier. Es gibt das Schwätzchen am Beckenrand mit einer Frau aus Medellin (sie lobt freundlicherweise unser Spanisch) und das ältere Ehepaar, das spontan zwischen den Thermalbecken zur Musik aus dem Lautsprecher tanzt. Nach dem Bad haben wir es nicht weit „nach Hause“, wir können auf dem Busparkplatz übernachten.