Auf dem Weg nach Kolumbien (23.03. – 04.04.14)

Zurück im WoMo. Tasche auspacken und noch ein bisschen von Galapagos träumen reicht für heute. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Laura. Sie nimmt uns ganz gerührt in die Arme, bedankt sich dafür, dass wir ihr Land besucht haben und wünscht uns eine gute Reise. Wir fahren in die Therme von Papallacta und entspannen ein paar Stunden in den heißen Becken. Man merkt zwar die Höhe (3300 m), aber es tut richtig gut. Dann ist erst einmal unser WoMo an der Reihe. Wir brauchen noch immer einen Stoßdämpfer und nach einigen Umwegen landen wir in Quito in einer Werkstatt, die sich wirklich kümmert. Probefahrt, Diagnose und  Anfragen in der Umgebung. Nach zwei Tagen, wir dürfen solange auf dem Werksgelände übernachten, ist ein neuer Stoßdämpfer eingebaut und angepasst. Und wir können weiterfahren.

Wir verlassen Quito nun endgültig und fahren zum „Mitad del Mundo“, der Mitte der Welt. Der Nabel der Welt ist das nicht wirklich aber hier wurde einst begonnen, die Welt zu vermessen. Und Ecuador verdankt seinen Namen der Lage am Äquator. Das Denkmal mit dem Globus und der französische Pavillon mit der historischen Entwicklung der Erdvermessung sind eindrucksvoll. Die Äquatorlinie und ein Hüpfer von der südlichen auf die nördliche Halbkugel machen Laune. Ob die Grenze nun stimmt oder (nach GPS-Daten) 240m weiter südlich verläuft ist egal. Es ist schön hier und fast menschenleer. Faszinierend ist auch die Bilderausstellung der höchsten Berggipfel weltweit. Erstaunlich, welche Strapazen ein Mensch auf sich nimmt, um Fotos von diesen Giganten zu machen. Unsere Fahrt geht weiter nach Mindo. Die Straße schlängelt sich durch eine üppige Vegetation. Es wird feuchter und grüner. Mindo ist ein kleiner von Nebelwald umgebener Ort, an dem viele verschiedene Vögel heimisch sind. Wir starten frühmorgens voller Erwartung unsere Wanderung auf dem bird trail. Als erstes begrüßt uns ein Schwarm grüner Papageien. Danach ein Tukanpärchen, das sich aber blitzschnell wieder versteckt. Das war es dann auch schon mit den Vögeln. Wir hören ihr Zwitschern, Schnattern und Klacken – nur zu sehen sind sie im dichten Blätterwald kaum. Aber die schmalen Wege durch den Dschungel mit diesen riesigen Pflanzen sind trotzdem ein Erlebnis. Und die Vielfalt an Schmetterlingen. Einige Vögel erwarten uns dann am Nachmittag direkt neben dem Wohnmobil. So einfach kann es sein.

Am nächsten Morgen fahren weiter nach Cayambe. Leider steckt der Vulkan Cayambe in den Wolken. Er ist der höchste Berg auf dem Äquator und wir hätten seine weiße Schneehaube gerne gesehen. Die Fahrt bis Otavalo führt durch grüne Berge, nette kleine Ortschaften und an zahlreichen Gewächshäusern vorbei. Hier werden speziell Rosen gezüchtet. Manche behaupten, dass Blumen am Äquator schöner, mit langen senkrechten Stielen, wachsen. Ob das stimmt? Jedenfalls geht ohne Chemie auch hier nichts. Otavalo lassen wir heute erst einmal links liegen und fahren weiter nach Ibarra zur Finca Sommerwind an der Laguna Yahuarcocha. Wir legen einen Putz- und Waschtag ein und am Abend versammeln sich alle bei einem gemütlichen Grillfest. Von der Finca aus sieht man an klaren Tagen die Vulkane Imbabura und Cotocachi und bei einem Stadtbummel in Ibarra lüftet dann auch noch der Vulkan Cayambe seinen Schleier und gibt den Blick auf sein weißes Haupt preis. Ein Ausflug führt uns zur Laguna Coicocha, dem Meerschweinchensee. Man benötigt allerdings sehr viel Fantasie, um die zwei Inseln in der Laguna als Cuy (Meerschweinchen) zu erkennen. Nach einer kurzen Wanderung fahren über wir Cotocachi weiter nach Otavalo. Bevor wir uns dort ins Marktgeschehen stürzen besuchen wir den Parque Cóndor. Hier werden verletzte Greifvögel gesund gepflegt und können in Gehegen und bei einer Flugshow besichtigt werden. Auch ein Kondorpärchen kann man ganz aus der Nähe beobachten. Sehr schön.

Otavalo ist bekannt für seinen Samstagsmarkt. Wir haben leider Donnerstag. Damit entgeht uns der Viehmarkt, die Anzahl der restlichen Marktstände reicht uns allerdings vollkommen. Viel interessanter als die angebotenen Waren sind die Trachten der Otavalenos. Die Frauen tragen lange schmale Röcke, weiße bestickte Blusen, Unmengen an Ketten um Hals und Handgelenk, ein buntes Band um die Taille, Stoffschuhe und ein seltsam gebundenes Kopftuch. Selbst die kleinen Mädchen sind so gekleidet. Und ob jemand Mann oder Frau ist kann man hier zumindest an der Haartracht nicht erkennen. Auch die Männer tragen ihre langen Haare als Zopf geflochten. Über einem Poncho. Zurück in Ibarra genießen wir auf der Finca noch unseren letzten Tag in Ecuador. Am nächsten Morgen starten wir Richtung kolumbianische Grenze. Die Panamericana verlassen wir nur für einen kurzen Abstecher nach Mira und El Ángel. In der Grenzstadt Tulcán wollen wir dann noch den Friedhof besichtigen. Es dauert eine Weile bis wir ihn gefunden haben (Baustellen!), aber es lohnt sich. Sämtliche Hecken auf dem Gelände sind „beschnitzt“. Torbögen mit Mustern, riesige Menschen- und Tierfiguren und Köpfe. Dazwischen die Grabstätten. Es gibt sogar einen Aussichtspunkt, um die ganze Kunst von oben betrachten zu können. Eindrucksvoll.

Wir nehmen Abschied von Ecuador und fahren über Grenze.