Galapagosinseln (16.03. – 23.03.14)

Unsere Reise auf die Galapagosinseln liegt hinter uns. Die Tage waren sehr intensiv und angefüllt mit unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen. Diese Woche wird uns für immer in Erinnerung bleiben.

Unsere Fahrt begann mit

Tag 1: Morgens um fünf fahren wir auf den neuen Flughafen von Quito. Von dort bringt uns der Flieger auf die Insel Baltra, eine der Galapagosinseln, 1000 km vom Festland entfernt. Hier erwartet uns im Hafen schon unser Schiff, die Angelito. Wir beziehen unsere Kabine und lernen beim Mittagessen die anderen Passagiere, insgesamt sind wir vierzehn, kennen. Danach startet auch schon das Programm. Mit den Schlauchbooten fahren wir zur Insel Santa Cruz an den Playa Las Bachas. Hier umgeben uns Fregattvögel, Pelikane, Blaufußtölpel und farbenfrohe Krebse. Und wir genießen ein erstes Bad im Meer.

Tag 2: Um sechs Uhr morgens stehen wir bereits auf dem Sonnendeck, zusammen mit ein paar „Schwarzfahrern“. Einige Fregattvögel haben es sich hier oben gemütlich gemacht. Immer wieder heben sie ab, schweben mit ihrer enormen Spannweite elegant über dem Schiff, streiten sich um die besten Plätze und versuchen auf dünnen Spannseilen zu landen – was nicht immer gelingt. Nach dem Frühstück bestaunen wir die Haie, die das Schiff umkreisen. Schwimmen ist hier nicht angesagt. Unser erster Ausflug führt uns auf die Insel Mosquera. Hier tummeln sich zahlreiche Seelöwen mit ihrem verspielten Nachwuchs. Sie haben keinerlei Scheu vor uns Menschen. Genauso wie die Meerleguane, die träge auf den Felsen lümmeln und gelegentlich Salz spucken. Danach steht die erste Schnorcheltour an. Das Wasser ist zwar etwas trüb, aber die bunten Fische, Rochen und (ungefährlichen?!) Haie kann man ganz aus der Nähe bewundern. Am Nachmittag wandern wir auf den Cerro Dragon auf Santa Cruz. Beeindruckend sind die Riesenkakteen und die gelb-orangen Landleguane, die unseren Weg kreuzen. Am Abend wird der Motor angeworfen und wir fahren die ganze Nacht zur Insel Isabela. Dabei überqueren wir zweimal den Äquator. Aber nach diesem phantastischen Tag ist uns der Äquator egal, wir schlafen tief und fest.

Tag 3: Wir haben Isabela Island erreicht und liegen vor Tagus Cove, einer Bucht, in der früher auch Matrosen und Piraten ankerten. Sie haben die Namen ihrer Schiffe in die Felsen geritzt. Ein seltsamer Anblick in dieser unberührten Umgebung. Auf Isabela Island führt ein Wanderweg durch einen Wald mit Palo-Santo Bäumen (typische Pflanze hier auf Galapagos) zum Darwinsee, einer schön gelegenen Salzwasserlagune. Unterwegs beobachten wir die berühmten Darwinfinken und viele (mir) unbekannte Vögel. Oberhalb des Sees hat man einen wunderbaren Blick auf die aktiven Vulkane der Insel. Die nötige Abkühlung finden wir dann beim Schnorcheln mit Wasserschildkröten, Pinguinen und Seelöwen. Letztere wollen eindeutig mit uns spielen. Phantastisch. Nachmittags steuern wir dann Punta Espinosa auf der Insel Fernandina an. Hier lebt die größte Kolonie der Meeresleguane. Schon beim Anlanden empfängt uns ihr extrem starker Geruch und man muss aufpassen, wohin man tritt. Sie liegen einfach überall, neben- und übereinander. Wir wandern über teilweise erst vor kurzem entstandene schwarze Lavafelder, die bis zum Strand reichen. Und erstaunlicherweise wachsen hier sogar Kakteen. Zu den Leguanen gesellen sich Seelöwen und flugunfähige Kormorane. Die Kormorane haben aber keine Augen für uns. Sie sind in ihr Liebesspiel vertieft. Das Männchen gibt sich dabei große Mühe, seine Auserwählte mit Geschenken (Nistmaterial, Futter) zu betören. Zurück an Bord nehmen wir noch ein erfrischendes Bad im Meer und genießen später die abendliche Stille unter einem wunderbaren Sternenhimmel.

Tag 4: Heute besuchen wir die großen Landschildkröten und Landleguane in der Urbina Bay auf Isabela Island. Aus der Nähe betrachtet sind diese Schildkröten mit ihrem kleinen Kopf auf einem faltigen Hals nicht wirklich hübsch (bis auf den wunderschönen Panzer). Aber sie strahlen eine große Ruhe aus. Auch die Leguane lassen sich lange betrachten. Sie scheinen ständig zu grinsen, während sie die Menschen mit ihren listigen Augen beobachten. Ich finde sie faszinierend. Nach unserem Schnorchelgang fahren wir mit den Schlauchbooten in den Mangrovenwald. Auf dem Weg dorthin passieren wir einen kleinen Felsen mit Seelöwen, Meeresleguanen, einem Pinguin, Kormoranen, Blaufußtölpeln und Krabben – friedlich vereint. Eine eindrucksvolle Szene. Vom Boot aus beobachten wir dann in den Mangroven träge Meeresschildkröten, pfeilschnelle Pinguine und elegant durchs Wasser gleitende Golden Rays (Rochen). Allerdings ist hier die Vogelwelt etwas spärlich vertreten. Ein einsamer Pelikan hält in den Bäumen Wache. Ein ungewöhnlicher Anblick.

Tag 5: Unser heutiges Ziel ist Punta Moreno auf Isabela Island. In den Lavafeldern haben sich mehrere „tide pools“ gebildet. Abhängig von den Gezeiten gibt es (k)einen Zugang zum offenen Meer. Hier ruhen sich die „white tip reef sharks“ (Haie mit kleinen weißen Flecken an den Flossen) und Wasserschildkröten aus. Auch Bahamaenten und Flamingos fühlen sich in den Tümpeln und Lagunen wohl. Nach dem Schnorcheln hieven wir den Anker und treten die lange Fahrt nach Puerto Villamil an. Auf der „Mantastraße“. Vom Sonnendeck aus sieht man viele schwarze Flecken auf das Schiff zutreiben. Je näher sie kommen, umso größer werden sie und schwimmen dann als riesige Mantarochen an uns vorbei. Manche tauchen kurz auf und man kann in ihre aufgerissenen Mäuler sehen.

Tag 6: Heute brechen wir schon um sieben Uhr auf. Mit dem Bus fahren wir von Villamil aus Richtung Vulkan Sierre Negra. Dann wird bis zum Kraterrand gewandert. Oben hat man einen weiten Blick in die Caldera des angeblich zweitgrößten Vulkankraters der Welt. Anschließend geht es zu einer Lagune. Spannender als die drei Flamingos in der Ferne ist die Baustelle nebenan. Hier entsteht ein Werk zur Trinkwasseraufbereitung. Bis jetzt wird das ganze Trinkwasser der Insel Isabela mit Schiffen von der Insel Santa Cruz gebracht. Ein Besuch der Aufzuchtstation für Riesenschildkröten ist nicht uninteressant, aber es ist nicht die Original-Darwin-Station. Die hätten wir gerne gesehen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Allerdings ist stundenlang baden nicht unser Ding und für einen ausgedehnten  Spaziergang am Strand ist es definitiv zu heiß. Etwas Abwechslung bieten, bei einem Bier in der Strandbar, die Tierbeobachtungen am Hafen. Hier gehören Seelöwen, Meerechsen, Pinguine und … zum Alltag.

Tag 7: Unsere südlichste Insel ist Isla Floreana (oder auch Isla Santa María), über deren deutsche Siedler wilde Gerüchte kursieren. Wir landen mit unserem Schlauchboot an einem Strand mit grünen Olivinkristallen. Ein kurzer Weg führt, vorbei an einer Lagune, zu einem weißen Sandstrand mit großen Kuhlen in den Dünen. Hier legen die grünen Meeresschildkröten ihre Eier ab. Zu sehen sind sie tagsüber an Land leider nicht. Und Barfußlaufen in der Brandung ist auch nicht empfehlenswert. Stachelrochen tauchen unerwartet aus dem Sandboden auf. Dafür sind die Vögel, die wir erspähen, ungefährlich und interessant. Wenige hundert Meter vom Strand entfernt erheben sich im Halbkreis angeordnete zackige Felsen aus dem Meer – Devil´s Crown, die Krone des Teufels. Das ist ein tolles Schnorchelrevier. Die starke Strömung treibt uns rund um die „Krone“, vorbei an bunten, tropischen Fischen, Schildkröten und Seelöwen. Es sind besondere Momente, wenn die Haie einen Meter entfernt den Weg kreuzen. Diese Schnorcheltour ist ein absolutes Highlight !!! Nach einem kurzen Stopp in der Post Office Bay erreichen wir Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz, die größte Stadt der Galápagosinseln. Und dort ziehen wir die Besichtigung des unterirdischen Lavatunnels einer Stadtbesichtigung vor. An unserem letzten Abend auf der Angelito betrachte ich von Bord aus etwas wehmütig die Lichter der Stadt. Ich wäre so gerne noch eine Woche hiergeblieben.

Tag 8: Wir sind wieder um sechs Uhr auf dem Sonnendeck. Das Schiff dreht auf der Fahrt nach Baltra eine Runde um die Islas Daphne. Ein letzter Abschiedsgruß. Dann bringt uns der Flieger wieder zurück nach Quito.