Quito (09.03. – 16.03.14)

 Wir sind in der höchsten Hauptstadt der Welt angekommen. Aber bevor wir uns um die Sehenswürdigkeiten der Stadt kümmern buchen wir unsere Fahrt zu den Galapagosinseln. Die Vorfreude ist groß.

Quito ist eine moderne Großstadt mit einem schönen Altstadtviertel, einer lebendigen Atmosphäre und vielen Abgasen. „Unser“ Viertel ist der Stadtteil Mariscal in der Neustadt mit Hotels, Restaurants, Bars und Banken. Es herrscht geschäftiges Treiben auf den Straßen, das sich am besten von einer kleinen irischen Kneipe auf dem Hauptplatz beobachten lässt.

In die Altstadt fahren wir mit dem Bus. Und Busfahren in Quito heißt: Rucksack nach vorn nehmen, sich anschließend in eine Wand aus Menschen drücken, alle Wertsachen sichern. Gefährlich wird es in der Nähe der Türen; die gehen ohne Rücksicht auf Verluste automatisch auf und zu. Und diese gnadenlose Enge ist natürlich auch ein Tummelfeld für Taschendiebe (Hosentaschen werden geöffnet, ohne dass man es bemerkt). In einem Reiseführer habe ich gelesen, dass Frauen in Südamerika immer einen BH tragen. Inzwischen weiß ich auch warum. Das ist der sicherste Platz für ihr Bargeld.

Der Mittelpunkt des historischen Zentrums in der Altstadt ist die Plaza Grande, ein Platz mit vielen Bäumen, umgeben von alten Gebäuden. Dass die Häuser alt sind, sieht man ihnen nur bedingt an, denn sie sind gut restauriert. Auf einer Seite die Kathedrale, dann der Regierungspalast und der Palast des Erzbischofs (sieht eher aus wie ein Fünfsterne-Hotel). Auf einer Bank neben einigen älteren Herren genieße ich den Anblick. Wobei die alten Männer nicht weniger interessant sind. Alle tragen sie blank geputzte Lederschuhe und gebügelte Stoffhosen, aber die Hälfte von ihnen hat maximal noch einen Zahn im Mund. Aber sie unterhalten sich prächtig.

Die Kathedrale können wir nicht besichtigen – geschlossen, wie so häufig. Die Kirche La Compania de Jesús dagegen kostet Eintritt und ist deshalb geöffnet. Und absolut sehenswert. Im ersten Moment ist man von dem vielen Gold erst einmal geblendet. Aber die Details sind faszinierend. Die Verzierungen und Ornamente sind eine Mischung aus maurischen, katholischen und indigenen Elementen. Eine Wendeltreppe führt hinauf zur wunderschönen Orgel. Um die Symmetrie zu erhalten wurde auf der anderen Seite eine Wendeltreppe an die Wand gemalt. Die Heiligenfiguren sind sehr viel differenzierter und liebevoller gestaltet als in anderen Kirchen. Und in viele Bilder sind indigene Gesichter und heilige Orte der Indigenas (Berge, Flüsse, …) einbezogen. Diese Kirche wurde von Einheimischen gebaut und gestaltet, war aber in den Anfangsjahren nur der oberen Herrscherschicht zugänglich. Und ist in der Tat eine der schönsten Kirchen Südamerikas.

Die Altstadt zu Fuß zu erkunden heißt über Kopfsteinpflaster durch zahlreiche enge Gassen, gesäumt von schönen kolonialen Gebäuden, vorbei an Kirchen und Klöstern zu wandern. Und über allem schwebt in der Ferne auf einem Hügel La Virgen, die Jungfrau von Quito, mit ihren Engelsflügeln.

Ein ganz weltlicher Teil der Stadt befindet sich in der Nähe des Parks Ejido. Dort gibt es die Markthalle für Kunsthandwerk mit teilweise wirklich schönen Ständen.

In Quito gibt es, wie in vielen südamerikanischen Städten, eine schöne, große Sportanlage. Dort befindet sich auch ein Hallenbad, das man täglich eine Stunde kostenlos benutzen darf. Wir finden das toll und machen uns auf den Weg. Allerdings gibt es ein paar kleine Hindernisse auf dem Weg zum Wasser. Hier müssen alle eine Bademütze tragen (auch kurzhaarige Männer), man braucht ein Minischloss für den Spind und die Badekleidung muss eng anliegen. Mütze und Schloss bekomme ich von einer netten Reinigungsfrau geliehen und mein Badeanzug passiert die Sicherheitskontrolle problemlos. Die deutsche Schlabberbadehose schafft es dagegen nicht bis ins Becken. Aber kostenlos duschen ist ja auch nicht schlecht.

An unserem letzten Tag in Quito reißt schon morgens die Wolkendecke auf und wir unternehmen eine Fahrt mit dem Panoramabus. Es ist eine wirklich schöne Abschlusstour durch die Stadtteile von Quito, bis hinauf zur „Engelsjungfrau“, mit einem herrlichen Blick über die Stadt. Auch wenn wir die Vulkane nicht sehen; so klar ist der Himmel dann doch wieder nicht. Zum Abschluss besuchen wir noch das Museo National. Hier begeistert uns vor allem die Abteilung Astronomia. Die Exponate sind richtig gut in Szene gesetzt.

Am nächsten Morgen verlassen wir dann Quito Richtung Norden. In der Nähe von Pifo wird unser WoMo die nächste Woche bei Laura, einer netten älteren Ecuadorianerin,  im Hof stehen. Von hier aus haben wir nur ein paar Kilometer bis zum neuen Flughafen. Die Reise auf die Galapagosinseln beginnt.