Unterwegs nach Quito (06.03. – 09.03.14)

Von Banos aus fahren wir über Ambato nach Latacunga und zweigen von der Panamerikana ab nach Saquisili. Dort ist donnerstags Markt auf acht verschiedenen Plätzen. Schön ist der Obst- und Gemüsebereich, interessant sind die Fischstände; und ob die Riesenballen an Grünzeug für Mensch oder Tier sind, finden wir nicht heraus. Der Rest ist etwas enttäuschend. Aber vielleicht sind wir auch nicht bis zur richtigen Plaza vorgestoßen. Wir fahren weiter über Pujili Richtung Westen nach Zumbahua. Dort zweigt eine Straße zur Laguna Quilotoa ab. Inzwischen sind wir wieder auf 3800m angelangt. Die Hochebene ist wunderschön, durch verschiedene Anbauflächen gemustert wie eine Quiltdecke. Allerdings werden dadurch die einheimischen Pflanzen stark reduziert. Seltsamerweise gibt es hier oben nur wenige Lamas. In Quilotoa stehen wir im aufkommenden Nebel auf dem Besucherparkplatz. Wir sehen zwar weder Kratersee noch Vulkane, aber das Dorfleben spielt sich vor unserer Haustüre ab. Es wird gekehrt, gebaut, gemalt, geratscht und Volleyball gespielt.

Morgens um sieben lichtet sich der Nebel. Wir sind schon lange wach; in dieser Höhe schlafen wir nicht so tief und fest. Und so begeben wir uns, warm eingepackt, zum Aussichtspunkt am Kraterrand. 400m unter uns glitzert die Lagune im Morgenlicht. Und in der Ferne zeigen sich die Spitzen der Vulkane Illiniza Sur und Yanaurcu. Wir genießen den Anblick in dieser morgendlichen Stille. Die Einheimischen sind schon längst mit ihrer Schaufel unterwegs auf ihre Felder.

Wir fahren den Quilotoa-Loop nicht weiter. Die Straße ist miserabel. Also geht es über Zumbahua nach Latacunga zurück. Dort verpassen wir (mangels GPS) die Auffahrt auf die Panamerikana. Das bringt uns mal wieder auf einer Nebenstraße mit Land und Leute in Kontakt. Wir fahren in den Nationalpark Cotopaxi. Der Cotopaxi gehört zu den noch aktiven Vulkanen, auch wenn er seit hundert Jahren schläft. Die Einheimischen sagen, er sammelt in seinem Herzen glühende Lava und man weiß nie, was er vorhat. Nun, im Augenblick ist vom Vulkan nicht viel zu sehen. Ab und zu lüftet er den Nebelschleier und lässt uns einen Teil seiner Nordflanke sehen. Wir statten der Laguna Limpiopungo einen Besuch ab. Und dann lichtet sich der Nebel. Wir haben es heute nicht mehr für möglich gehalten, aber der Vulkankegel zeigt sich in der Abendsonne von seiner schönsten Seite. Imposant sind die Überhänge aus Eis kurz unterhalb des Gipfels.

Am nächsten Morgen können wir noch einmal einen Blick auf den Berg werfen, danach verlassen wir den Park. Es ist Wochenende und uns kommen zahlreiche Reisebusse entgegen. Kurz vor Quito legen wir noch einen Stopp ein, um den Sonntagsmarkt in Machachi zu besuchen. Er ist groß, bunt und es ist einfach herrlich, hier zu verweilen. Ich könnte in einen regelrechten Kaufrausch verfallen.

In Quito beziehen wir Quartier auf einem bewachten Parkplatz im Norden vom Stadtteil Mariscal. Hier wird für die nächsten Tage unser Zuhause sein.