Auf dem Weg nach Lima (06.02. – 09.02.14)

Wir unternehmen einen Abstecher ins Valle Sagrado. Es geht von Cusco nach Pisac, über Calca, Urumbamba und Chinchero zurück nach Anta. Es ist eine herrliche Fahrt. Vorbei an Inkaruinen, durch kleine Andendörfer und blühende Felder, immer umgeben von schroffen, zerklüfteten Bergen. Und weiter nach Abancay. Es ist ein ständiges auf und ab in engen Serpentinen durch einen wilden, fruchtbaren Landstrich. Hier wachsen Mangos, Avocados und Melonen in Hülle und Fülle. Zum ersten Mal fahren wir in die Dunkelheit, und das bei Regen und Nebel. Aber auf diesem Streckenabschnitt wollen wir nicht frei stehen und suchen uns deshalb in Abancay eine gemütliche Tankstelle.

Am nächsten Morgen fahren wir an einem Fluss entlang nach Süden. Große blühende Agaven, Kakteen, Palmen, dazu Bananenstauden, Zitronen- und Orangenbäume gedeihen hier. Am Straßenrand bieten Händler ihre Waren an. Das Tal ist grün, eine gepflegte Wildnis. Aber bald geht es zügig auf 4300m hoch. Dort weiden nur noch Lama- und Alpakaherden. In dieser Höhe bleiben wir auch noch einige Kilometer. Es gibt kaum noch Ortschaften und wenige Menschen. Wir passieren kleine Lagunen mit Enten, Gänsen und Flamingos. Die Hocheben ist mit riesigen Steinbrocken übersät. Dann führt die Straße hinunter nach Puquio und wieder hinauf auf über 4000m. Unter uns breitet sich eine wüstenähnliche Landschaft aus. Kurz vor Nasca beginnen die schmalen, engen Serpentinen hinab ins Tal. Eine atemberaubende Fahrt liegt danach hinter uns.

Wir übernachten in Nasca. Auch wenn wir nicht fliegen (wir trauen den Flugzeugen nicht), wollen wir doch einen Blick auf die weltberühmten Nascalinien werfen. Dafür gibt es einen Aussichtshügel (man sieht nur Linien auf dem Boden – von wem auch immer sie stammen) und einen Aussichtsturm. Vom Turm aus kann man sehr gut die Figuren „Baum“ und „Hand“ sehen. Die „Eidechse“, über deren Schwanz die Panamerikana fährt, kann man hingegen nur erahnen. Zu viele Reifenspuren haben sich hier in den Sand eingegraben. Besonders beeindruckend ist der 110 m grosse Affe, Ich schaue ihn mir auf Bildern an. Fuer seine Konstruktion muss man ueber geometrische Kenntnisse verfuegt haben. Wie, wann und durch wen die Linien entstanden sind, darueber gibt es immer noch mehrere Theorien. Eine davon stammt von der deutschen Lehrerin Maria Reiche (nach ihr ist der Flughafen hier benannt), die die Linien als eine der Ersten wissenschaftlich erforschte.

Die weitere Fahrt führt immer geradeaus durch eine Sandwüste. Ab und zu wurden kleine Bäumchen wie in einer Allee gepflanzt. Aber es wird wohl noch hunderte von Jahren dauern, bis sie Schatten spenden.

Kurz vor Ica wird das Tal dann wieder grün. Baumwolle, Spargel, Oliven und Wein (die berühmte Piscotraube) wird hier angepflanzt. Von Ica aus führt eine Straße in die Oase Huacachina. Unser heutiges Ziel. Aber wer sich, wie wir, unter einer Oase einen ruhigen und beschaulichen Ort vorstellt, ist hier fehl am Platz. Huacachina ist ein touristischer Fleck an einer Lagune, rundum von großen Dünen umgeben. Und laut. Das treibt uns nach einem kurzen Aufenthalt weiter. Bis in den Nationalpark Paracas in der Nähe von Pisco. Nach einem Besuch des sehr schönen Museums und einer kurzen Inselrundfahrt finden wir in Lagunillas eine wunderbare Bucht zum Bleiben.

Zurück auf der Panamerikana fahren wir weiter nach Norden. In Chincha beginnt die Autopista, die uns wieder durch eine Wüstenlandschaft führt. Nach einem Pausenstopp in Asia am Strand erreichen wir Miraflores, einen Stadtteil von Lima. Hier steht unser WoMo für die nächsten Tage sicher im Innenhof eines Hostels.