Cusco (01.02. – 05.02.14)

Ankunft in einer der schönsten Städte Perus. Der Zeltplatz bei Saqsayhuaman sagt uns nicht zu und wir beziehen einen Stellplatz am Stadtrand. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Taxi in die Innenstadt und genießen erst einmal auf der Plaza die Atmosphäre. Gleich zwei Kirchen rahmen den Hauptplatz ein, die Kathedrale und La Compania de Jesús. Der Rest besteht aus Arkaden mit Geschäften und Restaurants. Genussvolle Ruhe hat man hier allerdings nicht. Die Händler mit Schmuck und Kitsch und die Schuhputzer stehen Schlange. Wir planen unsere Fahrt nach Machu Picchu bei einem Mittagessen in der Quinta Eulalia. Eine Quinta ist ein Lokal für Einheimische mit regionalen Gerichten. Eins davon ist Chairo, eine Suppe, ähnlich dem schwäbischen Gaisburger Marsch (was alles drin ist, kann man nicht so genau feststellen), das andere Cuy, ein knuspriges Meerschweinchen. Diese Portion ist allerdings riesig und benötigt einen Verdauungsschnaps. Anschließend bummeln wir durch den Stadtteil San Blas mit seinen engen Gassen und Innenhöfen mit Kunsthandwerk. In einer Gasse befindet sich eine Mauer mit einem zwölfeckigen Stein aus Inkazeiten. Die Inkas haben damals passgenau und erdbebensicher gebaut. Wir buchen unsere Fahrt nach Machu Picchu und besichtigen die Kathedrale. Hier müssten wir als Ausländer selbst zum Gottesdienst Eintritt bezahlen. Ziemlich befremdlich. Die Kathedrale besteht aus einer Hauptkirche und zwei Nebenkirchen. Im Hauptteil gibt es elf Seitenkapellen und acht Altäre. Dazu 350 Gemälde, Wandmalereien, Heiligenfiguren und ein kunstvoll geschnitztes Chorgestühl. Es erschlägt einen fast; hier könnte man Stunden verbringen. Und (bis auf einen Silberaltar) Gold wohin man schaut.

Als die Kathedrale gebaut wurde, bestellte die Kirche passende Gemälde in Europa. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten (wegen der großen Menge) wurden talentierte Indios in die Kunst der Malerei eingeführt. So entstand die Cuscoer Schule. Und einige Künstler drückten ihren Bildern ihren eigenen indigenen Stempel auf. So beim Abendmahl. Dort sitzt Jesus mit seinen Jüngern nicht um ein Lamm, sonder um – ein Meerschweinchen. Und so finden sich auch in vielen anderen Szenen Elemente der indigenen Mythologie (fotografieren ist allerdings verboten?!).

Die weiteren Besichtigungen schenken wir uns an diesem Tag, sitzen vor der Kathedrale in der Sonne und genießen einfach nur das Dasein in dieser wunderschönen Stadt.

Am nächsten Tag betrachten wir bei herrlichem Wetter die Stadt und das Umfeld vom Panoramabus aus. Die Route führt nicht nur durch die Innenstadt, sondern auch die Hügel hinauf zum „Cristo blanco“, von hier aus hat man einen phantastischen Ausblick auf die Stadt, und nach Saqsayhuaman, der Felsenfestung der Inkas, gebaut mit tonnenschweren Steinquadern.

Den Abschluss bildet ein Besuch im Inkamuseum.  Ich finde es sehr eindrucksvoll, aber die Geschmäcker sind ja verschieden.