Colca-Canyon (29.01. – 31.01.14)

Wir verlassen Arequipa. Es geht zurück nach Juliaca. Bis Canahuas überlegen wir, ob wir einen Abstecher in den Colca-Canyon unternehmen sollen. An der Straßenkreuzung entscheiden wir uns spontan dafür und biegen ab Richtung Chivay. Die Straße führt durch eine karge Landschaft in großen Schleifen hoch zum Patapampa-Pass (4800m). Selbst die Alpakas und Schafe finden hier nicht mehr allzu viel zum Fressen. Nach dem Pass eröffnet sich dann der großartige Blick hinunter in den Canyon und hinüber auf die Vulkane. Die Farbe der Felsen rechts und links der Straße variieren zwischen blankem weiß, rot, gelb und grün. In engen Serpentinen geht es nach Chivay hinab. Chivay ist eine kleine Stadt, die erst abends zum Leben erwacht. Auf der Plaza mit einem beleuchteten Springbrunnen und Dudelmusik tummeln sich die Einheimischen, alte Indiofrauen mit ledernen Gesichtern schauen dem Treiben zu. Ich weiß nicht, ob sie böse schauen, oder ob sich dieser Gesichtsausdruck in vielen Jahrzehnten ins Gesicht eingegraben hat.

Wir starten am nächsten Tag unsere Tour in den Colca-Canyon und haben dafür einen wunderbaren Tag ausgewählt. Es ist sonnig, die Luft riecht frisch. Das Colcatal ist jetzt in der Regenzeit grün, man sieht die Terrassen, die noch von den Inkas erbaut wurden (die spanischen sind alle wieder eingestürzt). Kurz vor dem Mirador Cruz del Condor beginnt der eigentliche Canyon. Es geht tief und schwindelerregend steil hinab. Am Cruz del Condor sehen wir dann die Kondore fliegen. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis. Diese großen Vögel kreisen mit dem Aufwind von der Talsohle empor, fliegen ganz dicht auf uns zu und über uns hinweg. El Condor pasa.

Wir fahren zurück nach Juliaca. Aber die Hochebene zeigt sich heute nicht von ihrer schönsten Seite. Es regnet und die Berge verstecken sich hinter dicken Wolken. Juliaca ist ein einziges Schlammloch mit Schlaglöchern und wir sind froh, irgendwann die richtige Straße nach Cusco gefunden zu haben. Auf der Weiterfahrt passieren wir zahlreiche kleine Dörfer und blühende Felder (meist Kartoffeln; hier werden 15 verschiedene Sorten angebaut). Indiofrauen sitzen im Gras und schauen ihren drei Kühen beim Fressen zu. Ein Stück weiter sitzt ein Indiopaar bei seinen Schafen und unterhält sich angeregt während sie nebenher Wolle spinnt. Es geht hoch bis auf den Pass „Abra La Raya“. Ein paar Kilometer danach biegen wir ab zum Alpakaforschungsinstitut. Ein etwas hochtrabender Name, für das, was wir zu sehen bekommen. Auch die Aguas Calientes (Thermalquellen), ein Stückchen weiter, laden uns nicht zum Bleiben ein. Wir fahren weiter nach Cusco und übernachten im Vorort San Sebastian.