Arequipa (27.01. – 29.01.14)

Wir verlassen unsere schöne Wiese in Puno und fahren weiter zu den Grabtürmen von Sillustani. Als die Türme aus Stein gebaut wurden, haben die Menschen in Lehmhütten gewohnt. Nur für die Zeit danach gab es feste „Häuser“. Und je reicher man war, umso höher standen die Türme. Mit Seeblick.

Über Juliaca geht unsere Reise nach Arequipa. Die Fahrt führt durch ein landschaftlich eindrucksvolles Gebiet, die meiste Zeit auf einer Hochebene über 4000m. Lama- und Alpakaherden bevölkern die Gegend. Ab und zu taucht ein kleines Lehmziegelhaus am Hang auf. Dann der Blick auf die große Laguna Lagunillas auf knapp 4500m mit zahlreichen Flamingos. Wenig später tauchen die weißen Riesen des Chachani-Massivs auf. Man fährt direkt auf sie zu. Aber eigentlich haben sie mit ihren rund 6000m ja nur Schwarzwaldhöhe in Relation zu unserer Fahrthöhe. Danach geht es ziemlich zügig bergab. Die staubigen Orte vor Arequipa lassen nicht erahnen, welche schöne Stadt sich im Tal verbirgt.

Arequipa hat eine wunderschöne Plaza mit zweistöckigen Arkaden auf drei Seiten. Die vierte Seite beherrscht die wuchtige Kathedrale, hinter der sich der Vulkan Misti erhebt. Ein wunderbarer Anblick. Leider ist die Kathedrale – wie so viele katholische Kirchen hier – verschlossen. Wir besichtigen statt dessen die Iglesia La Compania mit ihrer reich verzierten Frontfassade. Gleich daneben befindet sich ein ehemaliges Jesuitenkloster. Im Kreuzgang mit den verzierten Säulen ist eine Bilderausstellung mit bezaubernden peruanischen Motiven, dazu erklingt leise Musik. Es ist einer dieser perfekten Momente.

Ein weiteres Highlight ist die Besichtigung der Klosteranlage Santa Catalina, einer „Stadt in der Stadt“. Es ist ein beeindruckendes Areal mit wuchtigen Mauern, das einen sehr anschaulichen Einblick in das damalige Klosterleben gibt. Die zweitgeborenen Töchter der sehr reichen spanischen Familien ließen es sich hier gut gehen. Sie bewohnten mehrere Zimmer und hatten Dienerschaft für die Alltagsarbeiten. Innerhalb der Klosteranlage gab es unter anderem eine Bäckerei, eine Wäscherei und eine Krankenstation. Die Straßen tragen spanische Namen (Calle Granada) und vom Flachdach aus hat man einen guten Blick über das Kloster und die Stadt, mit den Bergen im Hintergrund.

Kein Höhepunkt ist das anschließende Essen in den Arkaden auf der Plaza. Auf ein Omelett und eine Suppe warten wir eine Stunde. In der Suppe schwimmen die Garnelen, neben einer halben Kartoffel und einem grünen Etwas, in der Schale. Ich möchte zu gern wissen, wie der Koch sie mit dem Löffel aus der Schale pult. Leider bleibt meine Nachfrage unbeantwortet.