Titicacasee (21.01. – 26.01.14)

Wir fahren weiter an den Titicacasee. Das Stadtgebiet von La Paz zu verlassen ist wieder harte Arbeit. Straßenschilder sind fast nicht vorhanden, auf beiden Seiten wird gehupt und gedrängelt. Ab der Ruta 2 wird es ruhiger. Die Cordillere Real, die königliche Gebirgskette mit ihren schneebedeckten Gipfeln, begleitet unsere Fahrt. Neben der Straße tauchen kleine Ortschaften mit Feldern auf sanften Hügeln auf. Und dann kommt der Titicacasee ins Blickfeld, knapp 4000m hoch und fünfzehnmal so groß wie der Bodensee. In San Pablo geht es auf die altertümliche Fähre, hinüber auf die Pensinsula de Copacabana. Es passen immer nur zwei Autos aufs Boot und unser WoMo kommt bei der Überfahrt ganz schön ins Schwingen. Kurz darauf erreichen wir unser heutiges Ziel, die Stadt Copacabana. Copacabana ist ein Wallfahrtsort und schon von Weitem sieht man die Türme der Basilika. Wir finden einen wunderschönen Stellplatz im Gemüsegarten der „Ecolodge Copacabana“ mit Blick auf den See. Nach einer Besichtigung von Stadt und Kirche lassen wir uns eine Forelle aus dem See schmecken.

Für den nächsten Tag ist ein Besuch der Sonneninsel geplant. Aber es regnet die ganze Nacht und am Morgen ist es kalt, nass und wolkenverhangen. Wir legen einen „Servicetag“ fürs WoMo ein und faulenzen. Es ist auch an einem solchen Tag schön am sagenumwobenen Titicacasee.

Wir ändern unsere Reisepläne und fähren zurück, zu den Ruinen von Tiwanaku, ein Unesco-Kulturerbe. Einige Details dort sind sehr bemerkenswert, andere etwas fragwürdig, was das Alter betrifft. Wir verbringen hier zwischen stummen Zeugen einer 3000 Jahre alten Kultur einen entspannten Vormittag, bevor es weiter geht zur Grenze nach Peru. Die bolivianische Grenzstation finden wir erst nach vielen Umwegen. Es gibt keine Hinweisschilder, wir durchqueren  Wassergräben, fahren Slalom um tiefe Schlaglöcher und müssen dann noch mitten durch den Markt. Dreiräder mit Passagieren oder Lasten kurven um uns herum. Den Ausreisestempel für uns und das WoMo bekommen wir dann relativ flott. An der peruanischen Grenzstation dauert es dann, bis wir die Papiere fürs Auto haben. Es ist inzwischen Mittagspause, auch für den Grenzbeamten. In dieser Zeit können wir den „kleinen Grenzverkehr“ beobachten. Einheimische, meist Frauen, kommen mit einer Handvoll Münzen, die sie den Polizisten in die Hand drücken. Dafür dürfen sie dann ohne größere Kontrolle die Grenze mit ihren Waren passieren. Ein Polizist regelt die Verteilung, damit keiner seiner Kollegen zu kurz kommt. Ich bin fasziniert und entsetzt zugleich – und erleichtert, als die Grenzstadt Desaguadero einige Kilometer hinter uns liegt. Die weitere Fahrt nach Puno ist entspannt. Felder, Tiere aller Art und ab und zu ein Blick auf den tiefblauen Titicacasee. Puno ist mit seinen engen Straßen dann Zentimeterarbeit beim Fahren. Aber wir erreichen unseren Standplatz beim Hotel Posadas. Dort ist die Übernachtung nicht ganz billig, aber sicher, ruhig und direkt am See. Ein kleines Paradies.

Puno ist eine schöne Stadt, in der man entspannt im Park sitzen und Leute beobachten kann. Dazu eine gute Forelle aus dem Titicacasee und am Abend das Nationalgetränk der Peruaner, einen Pisco Sour.

Wir unternehmen einen Ausflug zu den schwimmenden Inseln, den Uros. Es ist spannend. Auch wenn inzwischen der Fortschritt auf den Inseln Einzug gehalten hat (Solarzellen, Fernseher, usw.) ist das Leben dort hart. Und ohne die Touristen könnten die Menschen wahrscheinlich nicht mehr auf ihren Inseln leben.