La Paz (19.01. – 20.01.14)

La Paz gilt als höchstgelegene Großstadt der Erde (3650m hoch). Wir lassen uns daher für die Stadtbesichtigung genügend Zeit. Schon die Fahrt mit dem gelben Linienbus ins Zentrum ist ein kleines Abenteuer. Wir beginnen unsere Tour auf der Plaza San Francisco. Die Iglesia San Francisco ist schon von außen beeindruckend. Als wir eintreffen ist gerade Gottesdienst mit Solo- und Chorgesang und einer tollen Akkustik. Ich höre zum ersten mal „sound of silence“ als Kirchenlied in spanischer Sprache. Den Text verstehe ich nicht, aber es ist sehr ergreifend. Leider darf man im Inneren nicht fotografieren (ein Polizist passt auf!); der Kirchenraum ist ausgesprochen schön. Um die Plaza herum sind jede Menge Marktstände, die von Obst und Gemüse über kleine Mahlzeiten und Getränke bis zu Kunsthandwerk alles anbieten. Die Marktfrauen sitzen oft auf dem Boden neben ihrem Stand und betrachten die Touristenwelt aus ihrer ganz speziellen Perspektive.

Die Plaza Murillo ist das Zentrum der Altstadt. Hier stehen die Kathedrale (leider verschlossen) und die Regierungsgebäude, wunderschöne, gut erhaltene Häuser. Auf der Plaza tummeln sich Einheimische, die sich an den Ständen mit Saft, Eis, Süßspeisen und Saltenas versorgen, und Unmengen an Tauben. Hier zu sitzen und die Menschen zu beobachten ist ein Erlebnis. Während die Frauen an den Ständen über ihren weiten Röcken Kittelschürzen und auf dem Kopf Strickmützen und Hüte  jeglicher Art tragen, haben die Indigenas auf dem Platz ihre Sonntagsgarderobe an. Sie tragen leuchtend bunte Röcke, goldfarbene Schals über schimmernde Blusen und einen Bowlerhut. Allen gemeinsam sind die langen schwarzen Zöpfe, ausgeprägte, markante Gesichtszüge und ein topmodernes Handy.

Am nächsten Tag warten wir vergeblich auf den Linienbus. Irgendwann zwängen wir uns in einen Minibus; auch eine sehr spannende Art zu reisen. Hier sitzen Anzugträger, Bauern und Marktfrauen Haut an Haut. Der Fahrer rast über sämtliche Schlaglöcher hinweg; am Ende der Fahrt benötigt man keine Massage mehr. In der Stadt angekommen erfahren wir, warum kein Bus fährt. Es findet eine Kundgebung oder Demonstration statt. Die Straßen sind voll von Menschen, es ist fast kein Durchkommen. Auch die Polizei zeigt starke Präsenz, aber alles ist friedlich. Wir starten unsere heutige Tour im hochgelegenen Museumsviertel um die Calle Jaén. Von dort aus bummeln wir quer durch die Stadt, vorbei am Theater, an Kunstgalerien und schönen Parks bis zur Bäckerei mit Vollkornbrot (Himmmmmlisch!).