Nach La Paz in Bolivien (16.01. – 18.01.14)

Wir verlassen das schöne Arica mit seinem kilometerlangen Sandstrand und folgen auf der Ruta 11 dem Río Lluta. Dieser hat im Tal eine Flussoase geschaffen mit frischem Grün und zahlreichen Anbauflächen. An den Berghängen grüßen uns die großen Kandelaberkakteen. Kurz vor Zapahuira tauchen dann die ersten schneebedeckten Berge vor uns auf. In dem kleinen Ort übernachten wir auf 3200m. Aber wir waren wohl zu lange am Meer. Wir schlafen schlecht und legen vorsichtshalber noch einen Ruhetag 500m tiefer ein. Danach geht es weiter Richtung Grenze, durch eine tolle Landschaft. Teilweise wurde die Straße in meterhohes, rotes Gestein gehauen und windet sich bis auf 4000m hoch zum Nationalpark Lauca. Unsere Begleiter sind Vikunas und zahlreiche Lamaherden. Und ab 4000m wächst die Llaretapflanze und taucht die Landschaft in helles Grün. Die ersten Kegel der sechstausender Vulkane erscheinen und bilden zusammen mit dem Lago Chungará ein beeindruckendes Panorama. Der Lago Chungará soll angeblich der höchste See der Erde sein – auf 4570m. Dort angekommen, begrüßt uns ein freundlicher Ranger und macht uns auf den Wanderweg (10 km) am See aufmerksam. Es wäre auch wirklich schön, die vielen Vögel aus der Nähe zu beobachten. Aber in dieser Höhe müssen wir an diesem Tag passen. Kurz darauf erreichen wir die Grenze. Die Abfertigung in Chile geht reibungslos. Danach geht es über den Pass nach Tambo Quemado, die bolivianische Grenzstadt. Hier ist alles etwas unstrukturierter und die Abfertigung dauert daher einiges länger.  Mit allen nötigen Papieren und Stempeln ausgerüstet fehlt uns nur noch Diesel fürs WoMo. Hier an der Grenze erhält unser „Touristenauto“ allerdings keinen Sprit.

Auf der bolivianischen Hochebene erwartet uns eine bizarre Landschaft. Am Rand der Ebene erheben sich zerklüftete Berge mit zahlreichen Höhlen und ausgewaschenen Figuren. Dann umgeben uns plötzlich riesige Gesteinsbrocken, die wie hingeworfen aussehen. Kleine Lehmhäuser mit Strohdächern tauchen neben bewirtschafteten Feldern auf. Und die Menschen am Straßenrand und auf den Feldern passen in diese urwüchsige Landschaft. Sie sind kleingewachsen, mit wettergegerbten Gesichtern und die Frauen tragen in bunten Tüchern ihre Kleinkinder oder andere Lasten auf dem Rücken.

Wir folgen der Straße bis Patacamaya; dort gibt es Tankstellen – aber kein Benzin. Bis La Paz reicht unsere Tankfüllung nicht. Auf dem Weg dorthin halten wir an jeder Tankstelle an. Aber alle warten auf die Tanklaster. Kurz vor La Paz haben wir dann doch noch „Glück“. Zum doppelten Preis können wir tanken. Nun, der Tankwart freut sich über sein kleines Nebengeschäft und uns tut es nicht weh.

Wir nähern uns La Paz über El Alto, einer riesigen Siedlung auf dem Altiplano. Hier geht es bunt und hektisch zu. Beim Übergang in den Canyon bietet sich dann ein einmaliges Panorama. Die Stadt liegt in einem tiefen Talkessel zu Füßen der Cordillera Real und die Häuser ziehen sich rundherum an den Hängen empor. Die Autopista bringt uns in die Innenstadt und nach einigen Irrfahrten landen wir dann im Stadtteil Mallasa, unserem sicheren Übernachtungsplatz für die nächsten Tage.