Arica (10.01. – 16.01.14)

Arica ist die nördlichste Stadt Chiles. Nach Süden wird sie durch den Berg Morro de Arica geschützt, auf dem eine große chilenische Fahne neben einer übergroßen Jesusfigur weht. Für die Schönheiten der Stadt haben wir heute aber noch keinen Blick. Es ist Freitag und unser Weg führt uns erst einmal zur Werkstatt wegen des Reifens. Das Gute ist, sie haben einen Reifen in der richtigen Größe; die schlechte Nachricht, an der Radaufhängung ist etwas defekt und ein Stoßdämpfer ist nicht in Ordnung. Der Werkstattmeister weiß nicht, ob sie es reparieren können und ob sie eventuell notwendige Ersatzteile vor Ort erhalten. Da am Wochenende nicht gearbeitet wird, beschließen wir, unser WoMo am Montag zur genaueren Analyse wieder vorzufahren. In der Zwischenzeit planen wir für alle Eventualtäten und erkunden Stadt und Umgebung. Wir essen unser erstes ceviche (roher Fisch, in einer Tunke mariniert und gewürzt, lecker) auf dem Fischmarkt und bewundern die alte Lokomotive am Bahnhofsplatz. Sie wurde 1924 von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut und zog früher den Zug von Arica nach La Paz in Bolivien. Das ehemalige Zollgebäude und die Iglesia San Marco wurden nach Entwürfen von Eiffel erbaut, die Kirche als Fertigbau-Eisenkonstruktion. Vom Berg Morro aus genießen wir das Panorama auf Stadt und Hafen. Danach packen wir schon einmal vorsichtshalber eine Tasche fürs Hotel.

Montag. Wir liefern unser WoMo ab und gehen in die Stadt. Es ist heiß und mir ist übel. Irgendetwas ist meinem Magen gestern nicht bekommen (die Muscheln?). Ich kann den Tag nicht genießen. Um 18 Uhr sind wir wieder in der Werkstatt und erhalten schlechte Nachrichten. Nicht nur das Radlager sondern auch noch zwei weitere Teile müssen ausgewechselt werden. Und die sind vor Ort nicht erhältlich, müssen also in Santiago bestellt werden. Wir schnappen also erst einmal unsere Taschen und fahren ins Hotel. Das hätte jetzt ein vergnügter Abend in der Innenstadt werden können aber ich sehne mich nach einem kühlen, stillen Raum und will nur noch schlafen.

Dienstag. Wir können unser WoMo gegen Mittag wieder mitnehmen bis die Teile aus Santiago eintreffen. Zuvor lässt der Mechaniker noch einen Liter Öl ab. In Iquique hat die Fiat-Werkstatt 1,5 Liter zu viel eingefüllt. Nicht einmal den Ölwechsel haben sie richtig gemacht. Wir tanken und wollen unser Frischwasser auffüllen, was bisher selten ein Problem war. Hier in Arica schon. Der Chef erlaubt das nicht. Aber der Chef ist weit weg und wir finden nach gutem Zureden einen netten Menschen, der uns den Wasserschlauch zeigt. Hier wird mit Trinkwasser von morgens bis abends der Rasen gewässert. An einer Wasserknappheit kann die Knauserei nicht liegen. Den Rest des Tages verbringen wir faul am Strand und schmieden Pläne für Bolivien – wann auch immer das sein wird. Aber das Wetter ist gut und es gibt wahrhaft schlechtere Orte, um zu Warten.

Mittwoch. Nun geht es doch schneller als gedacht. Am Donnerstag ist unser WoMo fertig. Bis auf die Stoßdämpfer. Die hat die Werkstatt in ganz Chile nicht bekommen. Vielleicht in Argentinien? Aber das ist nicht unsere Richtung. Also behalten wir die alten und hoffen das Beste.