San Pedro und Umgebung (03.01. – 05.01.14)

San Pedro ist eng und verwinkelt, die braunen Lehmhäuser und –mauern bilden schmale Gassen, in denen sich Touranbieter, Kunsthandwerksläden und Lokale aneinanderreihen. Neben der Plaza mit alten, knorrigen Bäumen befindet sich die Kirche. Das Besondere an ihr ist die Kaktusholzdecke, die ohne Nägel und Dübel, sondern nur mit Lederriemen hält.

Am nächsten Tag fahren wir nach Süden zum Salar de Atacama, dem größten Salzsee Chiles. Die Fahrt durch die Wüste ist schon ein Erlebnis für sich. Umgeben von Fünf- und Sechstausendern, teilweise ganz aktiven Vulkanen, fährt man durch eine Landschaft, die nicht einfach nur braun ist.  Die Wüste glitzert in vielen verschiedenen Farbtönen und Nuancen. Dazwischen gibt es immer wieder kleine grüne Oasen. Im Salzsee ist das Wasser an manchen Stellen durch die Salz-Lehm-Kruste durchgebrochen. Dadurch ist unter anderem der Lago Chaxo, ein Lebensraum für Flamingos und andere Vögel, entstanden. Auf unserem Rundgang knallt die Sonne erbarmungslos auf uns herab. Aber die Nächte sind hier auf 2500m angenehm kühl und der Sternenhimmel ist einzigartig.

Ein anderes Highlight ist das Valle de la Luna, eine ganz spezielle „Mondlandschaft“ inmitten der Atacamawüste. Besonders beeindruckend ist der Rundwanderweg über die Düne. Ganz oben angekommen liegt uns dieses bizarre Tal zu Füßen. Man sieht den Vulkan Licancabur, das „Amphitheater“ und die von der Natur mit Salz, Lehm und Sand geformten Spitzen und Zacken. Ein traumhafter Anblick. Am Ende des Tals befinden sich die „Tres Marias“, eine Gesteinsformation, die eine Million Jahre alt sein soll. Vom richtigen Standpunkt aus und mit der nötigen Phantasie kann man sich drei Frauengestalten vorstellen.

Wegen einer Baustelle verpassen wir die Abfahrt ins Valle de la Muerte und fahren deshalb weiter nach Calama. Die Umgebung dieser Stadt ist äußerst trist und öde. Es muss schon sehr lukrative Gründe geben, um hier zu wohnen. Einer davon ist die Arbeit in der größten offenen Kupfermine der Welt in Chuquicamata. Da man sich für eine Führung mehrere Tage vorher anmelden muss, bestaunen wir von außen die riesigen Abraumhalden. Eine gigantische Anlage breitet sich hier mitten in der Wüste aus. Und in der Nachbarschaft werden schon neue Minen erschlossen. Trinkwasser tanken wir in Calama jedenfalls nicht.

Wir zweigen ab Richtung Westen. Bis zum Pazifik beleben nur Unmengen von Strommasten diese unwirtliche Gegend. Aber auch das gehört zu Chile.