Nach San Pedro de Atacama (02.01. – 03.01-14)

Von Salta geht es weiter nach Jujuy. Die Straßenkarte bietet einen direkten Weg und eine längere Umfahrung an. Wir entscheiden uns für die erste Variante und merken bald, warum es eine Umgehungsstraße gibt. Unsere Fahrbahn ist kurvig und extrem schmal. Eigentlich ist es nur eine Fahrspur. Zur Straße wurde sie dadurch, dass man einen Mittelstreifen gezogen hat. Aber man kommt am Gegenverkehr nur vorbei, indem man die Fahrbahn verlässt. Und das ist nicht immer ganz einfach, denn auf einer Seite geht es steil den Abhang hinunter. Die Fahrt ist anstrengend, aber wir erreichen Jujuy und weiter geht es durch die Quebrada de Humahuacu. Dieser Canyon wurde in Vorzeiten von einem Wasserlauf gegraben. Heute fließt hier nur der noch kleine Rio Grande. Am Rande des Canyons liegen die Dörfer der Indios mit Häusern aus Lehmziegeln – Ton in Ton mit den umgebenden Bergen. Man sieht überall gepflegte Felder in Terrassenbauweise. Unser Ziel ist Tilcará auf knapp 2500m Höhe. Eine Anpassung an die Höhe, bevor wir den Paso de Jama in Angriff nehmen, erscheint uns sinnvoll. Und es ist herrlich nachts Temperaturen unter 30°C zum Schlafen zu haben.

Am nächsten Morgen nieselt es leicht und die Wolken hängen tief. Wir nehmen den Pass und die Fahrt nach San Pedro de Atacama trotzdem in Angriff. In Pumamarca können wir im Dunst die Sieben-Farben-Berge erahnen. Danach steigt die Straße auf 19 Kilometern um fast 2000 Höhenmeter an. Dabei kommen wir aus dem Nebel nicht heraus – im Gegenteil, er wird immer dichter. Bis wir den ersten Pass auf 4170m Höhe überqueren; auf der anderen Seite erwartet uns die Sonne. In Serpentinen geht es kurz bergab mit einem phantastischen Panorama. Dann durchqueren wir auf der Hocheben den Salzsee Salinas Grande. Vikunas und Lamas kreuzen dabei unseren Weg. In Susques gibt es einen letzten Tankstopp, danach geht es auf dem Altiplano Richtung Grenze. Es ist ein erhebendes Gefühl in dieser Höhe durch die Landschaft zu fahren. Hier wächst nicht mehr viel; die Erde ist rissig, honigfarbene Hügel und Dünen wechseln sich ab. Die argentinisch-chilensche Grenze ist kurz unterhalb der Passhöhe des Paso de Jama. Es ist Mittag und wir verzehren, wie üblich, vor dem Grenzübergang unsere restlichen Vorräte. Der Grenzübergang selbst ist etwas chaotisch organisiert, die Fahrt über den Paso de Jama unspektakulär. Vorbei an Salzseen, den Steinfiguren Moai de Tara, umgeben von Bergen nähern wir uns der höchsten Stelle unserer Fahrt: Kilometer 48 mit einer Höhe von 4825m. Dort oben weht ein starker Wind, aber es geht uns gut. Danach geht es dann relativ zügig dem im Dunst liegenden San Pedro de Atacama entgegen. Die Atacamawüste breitet sich vor uns aus, trocken, staubig und sehr warm.