Cafayate (26.12. – 29.12.13)

Weiter geht es auf der Ruta 40. In der Nacht hat es allerdings in manchen Gebieten unwetterartig geregnet, so dass die Straßen teilweise unter Wasser stehen. Insbesondere in den „badenes“, den Senken, haben sich kleine Seen gebildet. Das scheint hier nicht unüblich zu sein; manche Straßen haben am Rand Wasserpegelmesser. Da kommt man entweder durch oder benötigt viel Geduld bis der große Schieber kommt. Ein ganzer Straßenabschnitt ist mit Kakteen übersät. Sie wurden von der Böschung herabgespült. An anderen Stellen ist die halbe Straße weggebrochen. Aber unser inzwischen rot verdrecktes WoMo meistert alle Herausforderungen. Und die Landschaft ist einfach grandios. Links die Anden, die Gipfel in Wolken gehüllt, rechts eine von der Sonne angestrahlte Gebirgskette, die in sämtlichen Rottönen leuchtet. Und die Berge steigen fast senkrecht aus der platten Ebene empor. In Villa Unión ist unser nächster Stopp, mit einem Wasserschlauch fürs WoMo an der Tankstelle!

Auch in der kommenden Nacht regnet es wieder. Dadurch kühlt es zwar etwas ab, die Straßenverhältnisse werden aber nicht besser. Unser Weg sollte uns über den Paso Miranda nach Chilecito führen. Nach dieser Nacht ist der ungeteerte Pass für uns jedoch nicht befahrbar. Alle Pläne lösen sich mal wieder in Luft auf.

Auf unserem Umweg (circa 300 Kilometer) durchqueren wir den Nationalpark Talampaya, trocken und staubig; riesige Säulenkakteen beherrschen das Landschaftsbild. Sie sind fleischig und vielarmig -  einfach beeindruckend in dieser Masse. Nachdem uns Chilecito überhaupt nicht gefällt fahren wir weiter bis San Blas. Dort bieten uns die Grillen ein lautstarkes Nachtkonzert.

Auf der Fahrt nach Cafayate passieren wir kleine Straßendörfer mit Palmen, Kakteen und blühendem Oleander. Die Menschen hier haben einen Sinn fürs Grüne. Ringsherum nur Staub. Wir überqueren zahlreiche, im Moment ausgetrocknete Flüsse. Über manche führt keine Brücke; dort wurde die Straße ins Flussbett gebaut. Bei Hochwasser sitzt man hier fest. Kilometerlang zieht sich die Straße nur geradeaus, bis zur Schlucht von Belén. Ab dort geht es kurvig auf einen Pass hinauf, hinter dem Berge mit Gletscherfeldern auftauchen. Ein starker Kontrast zur Gluthitze im Tal.

Wir erreichen Cafayate, eine kleine, quirlige Stadt mit zahlreichen Weingütern und Rucksacktouristen. Straßenhändler mit Rastalocken und Selbstgestricktem bieten ihre Waren an. Rund um die Plaza gibt es Stände mit einheimischer Handwerkskunst. Eine muntere Atmosphäre. Am nächsten Tag entlädt sich die Hitze in einem starken Gewitter mit Hagel. In Minuten steht die ganze Umgebung unter Wasser. Die ersehnte Abkühlung bleibt indes aus. Nach zwei Stunden ist es genauso heiß wie vorher. Nur die Anzahl der Frösche, die munter kreuz und quer über den Campingplatz springen, hat sich drastisch vermehrt. An diesem Abend haben wir statt der Grillen ein ausgiebiges Froschkonzert, was uns nach der Weinprobe in Chatos Weinbar nicht weiter stört.