Mendoza (21.12. – 25.12.13)

Wir stehen kurz vor dem Grenzübergang nach Argentinien und die Sonne strahlt endlich wieder von einem wolkenlosen Himmel. Das bestärkt uns in der Hoffnung, den Aconcagua, mit knapp 7000 m der höchste Berg Amerikas, zu sehen. Zuerst geht die Fahrt recht gemütlich Richtung Anden und den Paso Cristo Redentor. Dann folgen die Serpentinen, auf denen wir mit unserem WoMo den steilen Berg erklimmen. Das letzte Stück geht es nicht mehr hinauf, sondern durch einen Tunnel auf die andere Seite des Gebirges. Dort wartet die Grenze, diesmal ziemlich unorganisiert. Viel Zeit, um mit den anderen Reisenden zu plaudern. Und am Zoll gibt es einen Schnüffelhund, der unser WoMo inspiziert.

Die Fahrt vom Paso Redentor bis kurz vor Mendoza ist dann atemberaubend. Die Straße führt mitten durch die mächtigen Berge der Anden. Und die sind so vielfarbig und bunt; man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Wir kommen an der Puente del Inca vorbei, einer Naturbrücke, die ihre prächtige Färbung durch Thermalquellen erhielt. Darüber, wie sie vor langer, langer Zeit entstanden ist, gibt es verschiedene Theorien. Bis Upsallata verlieren wir gemächlich mehr als 1000 Höhenmeter. Wir begleiten den dürftigen Rio Mendoza in seinem Tal. Dann macht die Ruta 7 einen scharfen Knick und der Fluss nimmt Fahrt auf. Diese Gegend ist ein beliebtes Ziel für Kajakfahrer und Raftingtouren. Dass mit dem Fluss nicht zu spaßen ist, sehen wir bald. Wir beobachten vier Kajaks, zwei davon unbemannt. Die beiden Fahrer stapfen mühsam am Ufer hinterher. Für die Therme in Cacheuta ist es inzwischen zu spät. Wir fahren bis Mendoza durch. Hier ist es um diese Jahreszeit naturgemäß heiß. Aber in diesem Jahr sind die Temperaturen extrem. Abends um elf zeigt das Thermometer immer noch satte 30°C.

Wir passen uns den Gegebenheiten an. Die Stadtbesichtigung wird unterbrochen und auf der Plaza Independencia eine Siesta eingelegt. Einen Schreck bekommen wir dann bei unserer Rückkehr auf den Campingplatz. Unser WoMo wurde durch einen umgekippten Holzmast beschädigt.  Es hat einen Riss in der Außenhaut und die Beleuchtungsabdeckung ist kaputt. Und das kurz vor Heilig Abend. Wir wollten am nächsten Tag weiter. Die Organisation der Reparatur gestaltet sich schwierig. Ein Ersatzteil für das Rücklicht gibt es nicht und an Weihnachten arbeitet selbst hier niemand.

Wir beschließen zu bleiben und gönnen uns am nächsten Tag erst einmal eine Weinprobe mit hervorragenden Malbec-Weinen. Danach haben wir allerdings keine Geduld mehr. Uns zieht es weiter, nach Norden, und das ständige „manana, manana“ was die Reparatur betrifft, klingt sehr unbestimmt. Wir kleben den Schaden ab und regeln ihn finanziell mit dem Campingplatzbetreiber.