Durch Entre Rios und die Pampas

Felder und große Silos. Die Landschaft in der Provinz Entre Rios ist etwas eintönig. Deshalb muss anderweitig für Unterhaltung gesorgt werden. Und das nimmt hier die Polizei in die Hand. Knapp drei Tage haben wir uns in dieser Region aufgehalten und wurden dreimal von der Polizei aus dem Verkehr gewunken. Zweimal mit Forderungen von Strafgeldern wegen „Gesetzesverstößen“ (fehlende Aufkleber am WoMo). Wir haben geduldig die Diskussionen über uns ergehen lassen und nicht bezahlt. Nach einiger Zeit durften wir dann auch weiterfahren. Allerdings sind wir nicht so lange wie geplant in Entre Rios geblieben. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Stadt Paraná haben wir den mächtigen Rio Paraná, den zweitlängsten Fluss des Kontinents, von Viktoria aus überquert und Rosario erreicht.

Rosario ist der Geburtsort der argentinischen Flagge und Che Guevaras; und die drittgrößte Stadt Argentiniens. Aber Großstädte ziehen uns im Moment nicht wirklich an. Über Pergamino, Junin und Azul durchqueren wir die Pampas. Mit jedem Kilometer tauchen wir mehr ein in diese unendliche Weite. Weideländer und Felder bis zum Horizont. Wir sind auf dem Weg nach Mar del Plata am Atlantik und geraten fast mitten in ein Oldtimer-Autorennen. Kleine bunte Wägelchen sausen hier neben der Stadtautobahn über die Piste. Ein Sonntagmittagvergnügen. Es geht laut und lebhaft zu.

Vor uns liegt der Atlantik, leider in eine Nebelbank gehüllt. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Vom Wasser ist fast nichts zu sehen. Und trotzdem sind jede Menge Menschen am Strand unterwegs. Vor den Lokalen haben sich lange Schlangen gebildet. Ganz „Mardel“ scheint auf den Beinen zu sein.

Auf der Fahrt am Strand entlang können wir dann das andere Sonntagsvergnügen der Argentinier beobachten. Zwischen den Bäumen, auf der Wiese oder am Strand  werden Decken und Stühle ausgepackt, das mitgebrachte Essen gerichtet, Fußball gespielt oder einfach nur  zusammengesessen. Meist in kleinen Gruppen, frei und ungezwungen. Ein kleines Stück dieser Lebensart möchte ich gern mit nach Hause nehmen. Wir fahren noch bis Necochea und stehen mit unserem WoMo oberhalb eines 70 km langen Sandstrandes. Inzwischen hat sich der Nebel verzogen. Das Meer, der Sternenhimmel und wir – traumhaft.