Iguazu

Das Wetter ist gut, das Warten (Regentag) hat sich gelohnt. Die argentinischen Wasserfälle von Iguazú sind imposant, beeindruckend; einfach unbeschreiblich (!) schön. Als Zugabe erhält man noch die Gesellschaft zahlreicher frecher Nasenbären. Der Grenzübergang nach Brasilien gestaltet sich so schnell und problemlos, dass wir darüber schon wieder leicht irritiert sind. Hoffentlich reicht der eine Stempel im Pass nachher auch für die Ausreise mit unserem WoMo. Wir werden sehen. Aber zunächst geht es auf der brasilianischen Seite zu den Wasserfällen. Hier hat man einen grandiosen Überblick über das gewaltige Ausmaß an herabstürzenden Wassermassen, die der zwar breite, aber sonst gemächlich dahinfließende Rio Iguazú hervorbringt. Der Höhepunkt, die Garganta del Diabolo (Teufelsschlund) ist von beiden Seiten ein brodelndes, feuchtes Erlebnis. Wie groß muss der Zorn des Waldgottes auf den jungen Indianer Caroba und seine Geliebte Naipur gewesen sein, dass er das Flussbett des Rio Iguazú zusammenbrechen ließ, um die beiden an der Flucht zu hindern. Dabei entstanden die Wasserfälle, die Naipur in die Tiefe stürzten und dort in einen Felsen verwandelten. Caroba blickt seither als Baum auf seine Geliebte am Fuße der Fälle herab. Die Legende der Guaraní passt atmosphärisch viel besser zu diesem Naturschauspiel als die trockenen Fakten der Geologen ( beispielsweise: Gesamtlänge aller Wasserfälle beträgt 2,7 km). Dieser fast perfekte Tag bekam zwar kurzzeitig einen kleinen Dämpfer durch einen heftigen Regenschauer, den wir ausgerechnet im oben offenen Panorama-Doppelstock-Bus erlebten – der Ausklang war dafür wieder äußerst versöhnlich. Unser Campingplatz (Paudimar-Hostel außerhalb von Foz de Iguazú) ist ein wunderbarer Ort zum Wohlfühlen. Eine Anlage mit Ambiente, sauber, mit heißen Duschen und einer Bar zum Caipi trinken.

Nach der heißen Dusche kommt natürlich auch die große Wäsche. In der Nähe des Campingplatzes gibt es eine lavandería, eine Art Waschsalon. Jetzt habe ich natürlich meine ganz persönliche Vorstellung von einem Waschsalon. Ich fülle die Wäsche in die Maschine, warte bis sie gewaschen ist, bediene den Trockner (oder auch nicht) und fertig. Hier strahlt mich eine nette alte Dame an der Eingangstür an, überall liegt Wäsche herum, sie zeigt mir die (laufenden) Maschinen und zeigt auf eine Waage. Ich verstehe sie nicht (spricht sie überhaupt spanisch?) und sie weiß nicht, was ich will. Da hilft kein Spanglish weiter, nur noch Zeichensprache. Damit übergebe ich ihr mit einem Stoßgebet meine Wäsche, der Preis wird nach Gewicht ausgehandelt und der Abholtermin ist um sechs Uhr abends. Wir einigen uns noch darauf, dass unsere Funktionswäsche nicht zu heiß gebügelt wird.

Dieses Experiment läuft, wir gehen in den Parque das Aves. Das ist (hauptsächlich) ein Vogelpark mit vielen begehbaren Volieren. Die Bereiche sind regional gegliedert, alle Informationstafeln auch mit englischen Erklärungen und urwaldmäßig passend gepflegt. Die reiche Vielfalt Südamerikas, bunt und farbenfroh, schwirrt einem hier um den Kopf. Nur Vorsicht bei den Papageien, die können auch ordentlich zubeißen.

Und das Experiment mit der Wäsche? Alles gut!