Hola Argentina

Jenseits der Grenze, in Argentinien, ändert sich die Landschaft – natürlich nicht. Entlang der Straße gibt es zwar etwas weniger Müll und die Häuserfronten sind gepflegter, aber wer aus Uruguay kommt hat eigentlich genug Schafe und Kühe gesehen. Von daher ist die Gegend Richtung Norden ziemlich eintönig. Wir machen Kilometer auf dem Weg nach Iguazú. Irgendwann löst die Forstwirtschaft die Weidelandschaft ab. Die Straße ist gut, der Rest wenig inspirierend. Eine erfreuliche Ausnahme ist der kleine Ort Yapeyu. Hier übernachten wir direkt am Ufer des Rio Uruguay, wo uns am nächsten Morgen die aufgehende Sonne wachküsst. Das Leben an einem großen Fluss ist schon etwas Besonderes. In zwei kleinen Museen (leider nur spanische Texte) stimmen wir uns auf den heutigen Tag ein. Im Landesteil Misiones liegt der Ort San Ignacio. Dort kann man die Überreste einer ehemaligen Jesuitenmission bestaunen. Eine gewaltige Anlage mit dicken Mauern und in Stein gehauenen Ornamenten. In Iguazú angekommen gehen wir erst einmal auf Campingplatzsuche. Eigentlich müsste dieser vielbesuchte Ort ausreichend Möglichkeiten bieten. Dachten wir. Aber weit gefehlt. Der einzige Platz ist so ökologisch (Prospekt der Touristeninformation), dass außer einer Wiese und einem unbefahrbarem Weg nichts zu sehen ist. Unser Zuhause für die nächsten Nächte wird eine YPF-Tankstelle abseits der Durchgangsstraße. Nicht ganz sauber aber ruhig und sicher. Neben den Fernfahrern sind riesige Blattschneiderameisen unsere Nachbarn. Es ist fast wie „Fische beobachten im Aquarium“. Wie von Geisterhand schweben große Blattstücke über den Boden, nachdem sie aus unersichtlichen (im wahrsten Sinne des Wortes) Gründen vom Baum gefallen sind.